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Geschichte des Ingolstädter KonventsZum
Jahresbeginn 2006 übernahm die bayerische Kapuzinerprovinz die Seelsorge im
bisherigen Franziskanerkloster. Dieses war bereits im Jahr 1257 gegründet
worden. Herzog Ludwig der Strenge übereignete dem Orden der Franziskaner ein Grundstück
nördlich der damaligen Stadtumwallung für die Errichtung von Kloster und
Kirche. Der Kirchenbau wurde sehr wahrscheinlich noch im Stiftungsjahr 1257 in
Angriff genommen und 1275 zum Abschluss gebracht. Auf
Veranlassung Herzog Ludwigs des Reichen (reg. 1450-1479) wurde 1466 das Kloster
an die Observanten (Ordo Fratrum Minorum Observantiae) übergeben. Während des
Dreißigjährigen Krieges wurden für das Kloster die Reformaten (Ordo Fratrum
Minorum Reformatorum) bedeutsam, die sich noch strengerer Buße und Askese
unterwarfen. Unter Papst Gregor XIII. erlangten die Reformaten weitgehende
Unabhängigkeit. 1625 entstand eine eigene Ordensprovinz in Bayern. Der Herzog
und spätere Kurfürst Maximilian sorgte mit mehr oder weniger sanftem Druck für
die Übergabe des Ingolstädter Klosters von den Observanten an die Reformaten.
Dies geschah am 14. September 1621. Während
der Säkularisation blieb der Franziskanerkonvent zu Ingolstadt erhalten als
zentrales "Aussterbekloster" für Ordensbrüder aus säkularisierten
Franziskanerklöstern. Die Ingolstädter zogen 1827 in das ehemalige Kloster der
Augustiner, in dem das Gnadenbild einer gotischen Madonna, der so genannten
"Schuttermutter", verehrt wurde. Das eigentliche alte Barfüßerkloster
wurde von 1828 an bis zum Ende der königlich bayerischen Armee als Kaserne
genutzt. 1933 übernahm der Reichsarbeitsdienst die Klosteranlage, 1943 kamen
die Gebäude in den Besitz der NSDAP. Das
alte Augustinerkloster samt seiner Kirche fiel 1945 einem Bombenangriff zum
Opfer. So kehrten die Franziskaner nach dem Zweiten Weltkrieg in ihr
ursprüngliches Domizil zurück und übertrugen die "Schuttermadonna" in
die Ölberg- oder Lichtenauerkapelle der Franziskanerkirche. |
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