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Premiere-Krippenspiel im albanischen Bergdorf
Dass Weihnachten für franziskanisch orientierte Brüder und Schwestern eine große Bedeutung hat, legt sich schon aus unserer Geschichte nahe. Br. Andreas Waltermann berichtet der Premiere, auch auf den Dörfern ein Krippenspiel zu zeigen.
Franziskus inszenierte in Greccio das große Geheimnis der Weihnacht mit lebendigen Darstellern, mit Menschen und Tieren, um das große Tun Gottes an uns Menschen fassbar und berührbar werden zu lassen, ums es ganz anschaulich und tief zu vermitteln. Die Menschwerdung Jesu war schon immer eine ergreifende und berührende, kaum fassbare Geschichte: Gott wird Mensch, er macht sich ganz klein und arm, um uns Menschen nahe zu sein, um uns Menschen seine Liebe zu zeigen, um uns Menschen eine neue Hoffnung zu schenken und um uns für immer frei zu machen. Von der Stadt in die Dörfer Seit Jahren ist es üblich in Fushë-Arrëz, in den Bergen Albaniens, daß Kinder und Jugendliche unter der Regie von Sr. Bernadette ein Weihnachtsspiel vorbereiten. Die Albaner sind sehr begabt im Theaterspielen, das habe ich schon öfters selbst erfahren dürfen. Natürlich haben sie das neu eingeübte Weihnachtsspiel am Heiligen Abend in unserer Pfarrkirche St. Josef in Fushë-Arrëz uraufgeführt. Als Pfarrseelsorger für Fushë-Arrëz und die umliegenden kleinen Bergdörfer hatte ich die Idee, das Weihnachtsspiel diesmal auch in den Dörfern, da wo wir eine kleine Kirche haben, zu zeigen: eine wirkliche Premiere. Live statt aus der Konserve Es war ein sonniger Tag, aber eisig kalt als wir mit unserem Kleinbus, mit meinem und dem Landrover der Schwestern, vollgestopft mit Kindern und Jugendlichen und den notwendigen Utensilien, an der kleinen Dorfkirche von Breg ankamen. Mehr als 60 Kinder, Jugendliche und Erwachsene der drei Dörfer Kavlinaj, Vau-Shënkollit und Breg waren schon da und erwarteten uns. Kirchenbänke gibt es nicht in der Kirche von Breg. Die Leute sitzen auf Brettern, die auf Betonblocksteinen aufliegen. Gerade als wir mit dem Weihnachtsspiel beginnen wollten, die Akteure waren bereits als Hirten, Engel, Leute aus Betlehem, als römischer Soldat und als Maria und Josef verkleidet, fiel der Strom aus. Franc Doda, mein pastoraler Mitarbeiter, fuhr sofort los, um für den CD-Player neue Batterien zu kaufen. Das würde sicher 20 Minuten oder mehr dauern. Also musste die Wartezeit irgendwie überbrückt werden. Gott sei Dank war auch Sr. Gratias mitgekommen, so konnten wir Weihnachtslieder singen: "Shko, përhape nëpër male, shpalle në kodra dhe kudo, se Krishti na le sot" (wörtlich übersetzt: Geh, verbreite es über die Berge, verkünde es auf den Hügeln und überall, daß Christus uns geboren ist. Ihr kennt die Melodie: Geh, sag es allen Leuten ...) Bruder Andreas spontan Danach war ich gefordert. Spontan, ohne Vorbereitung, habe ich den Dorfbewohnern dann eine einfache Katechese gehalten: Weihnachten ist das Fest für die Armen, für die Kleinen, für Menschen, die es schwer haben, die weinen und nach Trost suchen. Gerade zu denen kam Jesus zuerst, gerade bei denen wurde er Mensch: bei den Hirten, bei den Armen und Ausgegrenzten, draußen vor der Stadt, auf dem Feld von Betlehem. So ist Gott: er kommt zu den Armen und Traurigen, er kennt die Nöte und Wunden der Menschen, er weiß um ihre Sehnsucht und um ihre Hoffnung. Und Gott verbündet sich mit den Menschen - das feiern wir an Weihnachten, das müssen wir immer wieder feiern: der große und geheimnisvolle Gott, den wir nicht begreifen können, macht sich ganz klein und wird Mensch, wegen uns, wegen der Menschen guten Willens und um uns Menschen für alle Zeiten seine Liebe zu zeigen. Darum wurde Jesus Mensch. Sein Name bedeutet: Gott rettet uns ... Trotz der Kälte und aufgrund meiner noch immer vorhandenen sprachlichen Unzulänglichkeiten kam ich dabei ganz schön ins Schwitzen. Aber die Leute haben geduldig zugehört. Überhaupt erlebe ich viel Wohlwollen von den Leuten. Sie nehmen mich an, auch mit meinen Sprachschwierigkeiten und Grenzen. Das tut gut. Die Tränen des 90-jährigen Und endlich kam Franc wieder zurück mit den Batterien. Das Krippenspiel konnte also beginnen: Zuerst die Herbergsuche, dann die Abweisung von Maria und Josef an den Türen Bethlehems, dann endlich das Finden einer Bleibe im Stall draußen auf dem Feld, dann der Lobpreis Gottes durch die Engel und die verwirrten Hirten, die sich danach mit ihren Geschenken und armen Gaben aufmachen, um das Kind zu sehen und zuletzt die stille Andacht und Anbetung der Hirten vor der Krippe. Die Akteure waren allesamt großartig, jeder kannte seinen Part auswendig, spielerisch eine wirklich große und gekonnte Leistung. Ein beinahe 90-jähriger alter Mann mit weißem Albanerhut, der bereits die Zeit vor dem Kommunismus erlebt hatte, bedankte sich bei mir am Ende des Krippenspiels mit Tränen in den Augen: "So etwas haben wir noch nie erlebt. Shumë shumë faleminderit !! (Ganz, ganz herzlichen Dank) |
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