Geschichte des Klosters München St. Joseph

Im Jahre 1896 bat die Erzdiözese München und Freising die Kapuziner, einen Konvent und eine Kirche zu bauen, die Pfarrkirche werden sollte. Die Kirche wurde 1902 eingeweiht. 1913 wurde sie dann Pfarrkirche. Von Anfang an wirkten Kapuziner im Konvent und in der Pfarrei St. Joseph. Diense liegt in einem mittlerweile dicht besiedelten Wohngebiet an den Stadtteil Schwabing angrenzend. Seit 1965 befindet sich auch das Provinzialat der Bayerischen Kapuziner im Hause.

Italienische Neurenaissance

Vor 100 Jahren wurde die Schwabinger Josephskirche geweiht

München. Vor 100 Jahren, am 15. Juni 1902, wurde die Schwabinger Josephskirche von Erzbischof Franz Josef von Stein geweiht. 1894 war ein Kirchenbauverein gegründet worden, 1897 hatte der Kapuzinerorden nach langen vorausgehenden Verhandlungen und gegen manche Widerstände die Seelsorge aufgenommen. Ein Jahr später fand der erste Spatenstich statt. Das mächtige Gotteshaus, von Hans Schurr im Stil der italienischen Neurenaissance als Hallenkirche mit großem Tonnengewölbe errichtet, kostete seinerzeit 762.897 Mark - allesamt durch Spenden der Bevölkerung aufgebracht. 1913 wurde St. Joseph, bislang Filialkirche von St. Ludwig, eine eigenständige Pfarrei. Am 13. Juni 1944 wurde der Blickfang des Stadtviertels bei einem Luftangriff durch zwei gewaltige Sprengbomben bis auf die Grundmauern zerstört. Viele Kunstwerke, darunter der berühmte Fugel-Kreuzweg an den Wänden der Seitenkapellen, wurden vernichtet. Der Wiederaufbau nach alten Plänen zog sich von 1949 bis 1952 hin. Erst 1990 wurde der neue Volksaltar geweiht.
Florian Ertl


Die Josephskirche in München-Schwabing vor ihrer Zerstörung im Zweiten Weltkrieg.

Der Fugel-Kreuzweg in der Josephskirche

München. »Im ganzen kann man es wohl mit Recht das umfassendste, konsequenteste und gewaltigste Werk Fugels nennen, was da in 14 Abteilungen von den schneeweißen Wänden der großen Münchner Kapuzinerkirche in einer wundersamen Koloristik die Schauer der göttlichen Heilstat auf unsere Seelen niedersenkt«, so schwärmte ein Zeitgenosse vom Kreuzweg in der Schwabinger Josephskirche. Vor 100 Jahren wurde das Gotteshaus vom Kapuzinerorden in Schwabing errichtet. Von 1903 bis 1908 schuf Professor Gebhard Fugel in 14 Monumentalgemälden den Leidensweg Jesu. Fugel wurde 1863 in Oberblöcken bei Ravensburg geboren und starb 1939 in München. Er galt zu seiner Zeit als einer der bekanntesten Maler des religiösen Genres. Bereits 1902 hatte er das Hochaltarbild von St. Joseph gefertigt. Von seinem reichen Schaffen existiert heute noch das Altöttinger-Panorama mit der Passion Christi (1903) und Arbeiten in der Antoniuskirche von Padua (1905).

Vielen ist Gebhard Fugel durch seine Bibel-Illustrationen für den Volks- und Schulgebrauch ein Begriff. Seine am Nazarener-Stil geschulten Bilder wirken historisierend und aus heutiger Sicht fast wie aus einem der klassischen Hollywood-Bibelfilme.Am 13. Juni 1944 wurde die Josephskirche zerbombt, die Kreuzwegstationen dabei unwiderbringlich vernichtet.
Florian Ertl






Jesus begegnet seiner betrübten Mutter. Station des Kreuzwegs von Gebhard Fugel in der Münchner St.Josephs-Kirche