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Geschichte des Klosters RosenheimDer Rosenheimer Bürger Martin Papin wollte, dass in seiner Stadt ein
Kapuzinerkloster errichtet wird. Vom Herzog Maximilian I. erhielt er dafür 1604
die Erlaubnis und zugleich den Rat, die Planung den Kapuzinern zu überlassen.
Am 4. Mai 1606 kamen dreizehn Patres, die den Grundstein legten. Der Stifter
Papin erlebte die Fertigstellung der Gründung nicht mehr. Am 14. Oktober 1607
erhielt die Kirche die Weihe durch den Weihbischof Bartholomäus Scholl von
Freising. Der Herzog und seine Gemahlin waren dazu angereist. Die neue
Klosterniederlassung zählte 27 Zellen, vier Gastzimmer und eine Armensstube.
Anfangs war dort auch das Noviziat für die Bayerische Provinz angesiedelt,
zugleich waren acht Theologiestudenten dort untergebracht. Gefragt
waren die Kapuziner als Beichtväter, als Prediger und Krankenkuraten.
Unvergessen blieb ihr Einsatz während der Pest von 1634, von 1686 und 1704. Im
Dreißigjährigen Krieg kamen zwei schwedische Reiterhaufen nach Rosenheim,
plünderten und überfielen Frauen und töteten mehrere Bürger. Pater Franz eilte
damals nach Mühldorf und erbat sich von General Wrangel einen Schutzbrief.
Darin verbot er unter Androhung strengster Strafen die Stadt Rosenheim durch
Plünderung, Brand oder Gewalttaten künftig zu ängstigen. Der Westfälische Frieden
sorgte dafür, dass wieder Ruhe einkehrte. Neuen
Schrecken bracht der Spanische Erbfolgekrieg. Am 19. Juli 1704 reiste Pater
Elzear zu einer Gratulation zum Bischof von Chiemsee. Als er von der
heraufziehenden Gefahr erfuhr, eilte er sofort nach Rosenheim zurück und
alarmierte die Bevölkerung. Die Bürger brachten es fertig, das Kriegsheer
abzuschrecken. Sie wagten keinen Angriff. 1740
beim österreichischen Erbfolgekrieg konnte Pater Romedius den Hauptmann von
Schlangen dazu bewegen, von einer geplanten Einäscherung Rosenheims abzusehen.
Als am 13. August 1749 der bescheidene Klosterbau in Rosenheim ein Raub der
Flammen wurde, trugen die Bürger wesentlich dazu bei, dass es wieder zum Aufbau
kam. 1802
begann von Seiten des Staates die Aufhebung der meisten Klöster. Den Priestern
wurde angeboten, den Orden zu verlassen, die Laienbrüder wurden zum
"Absterben" an Abteien verwiesen. Die große Zahl der Übriggebliebenen
wurden in Zentralklöster abkommandiert. Die Ordensbrüder wurden als "entbehrlich"
eingestuft. Von München kamen Kapuziner nach Rosenheim. Im Sommer 1803 lebten
43 "Individuen" im bescheidenen Bau. Kurzfristig wurde der Befehl
gegeben, dass alle zum 1. November 1803 in Altötting sein müssten. Viele
glaubten an ein gutes Werk, als der bayerische Staat die Klöster aufhob. Die
geringe Hinterlassenschaft wurde versteigert. Das Kloster und die Kirche wurden
als Salinengebäude verwendet. Die Totengebeine wurden bei der Sebastianikapelle
beigesetzt. Am
21. Juli 1852 bat der Rosenheimer Pfarrer Rubenbauer den Kapuzinerprovinzial in
der Stadt wieder eine Niederlassung zu gründen. Am 9. Oktober 1854 begann der
Bau des Klosters bei der Sebastianikapelle. Im Oktober 1856 konnten die
Ordensmitglieder in das neue Kloster einziehen. Im
Jahr 1888 kam es zur Erweiterung der kleinen Sebastianikapelle. Drei Jahre
später, 1891, kam Erzbischof von Thoma, um das Heiligtum zu konsekrieren. Für
lange Zeit diente die Kapuzinerkirche zum Gottesdienst für die zahlreichen
Schulen der Stadt. Von Seiten des Ordens ging durch alle Jahrzehnte von St.
Sebastian eine beachtenswerte Seelsorgstätigkeit aus. P. Karl Kleiner 1986
kamen Klarissen - Kapuzinerinnen aus Südafrika nach Rosenheim. Zu diesem Zweck
mußte das Kloster umgebaut werden. Die Kirche wurde zu einer Anbetungskirche umgestaltet. Für ein kleines Kapuzinerkloster wurde der Osttrakt des Gebäudes
eingerichtet. Die Klosterkirche wurde 1997 grundlegend saniert. |
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